| Ich zitiere hier aus dieser aufschlußreichen Email. Das wirft doch einige Fragen auf, die ich nun vorlegen möchte.
Gibt es darauf Antworten? Die
Zitate und die Fragen:
>>als ich ihn damals gebeten
habe um einen beitrag zur kunst/kulturbroschüre des landes stmk, wollte ich für beide
seiten was positives:<<
Warum ist die politische Partei mit dem Land Steiermark selbst gleichgestellt? Es ging ja
um "Das kulturpolitische Arbeitsprogramm von Landeshauptmann Waltraud Klasnic und der
steirischen Volkspartei".
>>1) martins wichtige informationen an eine größere öffentlichkeit
bringen, 2) ihm ein podium verschaffen.<<
Über ein politisches Programm? Ohne mich zu informieren? Gegen mein Publikationsverbot?
Wem soll das nützen?
>>die "endredaktion" hat so ausgeschaut, daß mir das fertige
manuskript in die hand gedrückt wurde mit der bitte um durchsicht ("und rasch,
rasch, und bitte möglichst nur mehr marginale änderungen, nichts inhaltliches, es muß
sofort in druck gehen")<<
Wer erklärt der erfahrenen Autorin bitte den Unterschied zwischen Redaktionsarbeit und
Korrekturlesen?
>>beim erinnern also hab ich mit bernhard noch rausgekramt, daß ich damals
sogar einwandte, ob es nicht angebracht wäre, martin namentlich zu erwähnen, weil vieles
von seiner handschrift doch kenntlich sei<<
Wieso meinen Funktionäre einem Autor zu nützen, indem sie sein Urheberrecht auf diese
Art mißachten?
>>man meinte damals, das sei nicht klug, denn die eifersucht der anderen
schriftsteller: warum darf martin k. beraten und wir werden nicht gefragt usw. - so die
entstehungsgeschichte<<
Ich kenne aus meinem Milieu keinen Autor, der bereit gewesen wäre, sich von der ÖVP für
das politische Programm in den Dienst nehmen zu lassen. Gegen wen wollte man mich
schützen?
Und warum hat man nicht statt dessen etwa den sehr verdienten und bedeutenden Alfred
Kolleritsch oder einen seiner Weggefährten um einen Beitrag für das ÖVP-Programm
gebeten? Da hat doch über Jahrzehnte ausgesprochene VP-Kompatiblität bestanden. Was sich
ja auch darin zeigte, daß einige der renommierten Herren 1991 für Landeshauptmann
Krainer Wahlkampfhilfe geleistet haben.
>>der text ist ein arbeitstext und kein literarischer, also kann man sagen:
läßlich ist mein "vergehen"<<
Kein Kommentar.
(Hat übrigens die Autorin Wolfmayr nicht selbst rund um ihren ersten Roman einst ein
Urheberrechtsverfahren durchstehen müssen?)
>>von kollegen wird mir jetzt sowieso dauernd versichert, daß die beamten
immer nur die texte machen, also schreiben und gestalten, sie aber nicht ausdenken,
...<<
Wo liegt der Unterschied zur Zerfledderung meines Textes?
>>... sondern experten beiziehen, die nicht genannt werden und auch nicht
genannt werden wollen, eben um sich nicht politisch eingeordnet zu sehen, - martin war
eben experte -<<
Welches demokratiepolitische Credo ist hier formuliert? Stünde es mir nicht frei, eine
"politische Zuordenbarkeit" in der Öffentlichkeit vermeiden zu wollen? Stünde
es mir nicht auch frei, politisch anders zugeordnet werden zu wollen?
>>jetzt, lang nachher (ich dachte, er kennt und hat die broschüre längst)
dieses.<<
Warum dieses Staunen, daß ich mich hintergangen fühle? Und zwar genau im Sinn dessen,
was Landeshauptmann Klasnic zu verhindern versprochen hat: "... die Gefährdungen der
Freiheit der Kunst, über die Gefahr der Diffamierung, der Zensur, aber auch der
Vereinnahmung und des parteipolitischen Missbrauchs von Kunst und Kultur ..."
>>also: ich wollte leute, künstler einbeziehen und nach wien bringen - und
immer, selbstverständlich! gegen honorar und für presse und öffentlichkeit usw., also
für deren ruhm und ehre und nicht, weil ich alles geschenkt haben will, weil ich die
freundschaften ausnutze und was so scheiß da gedacht und geredet wird anscheinend, mir
sagt man es ja nicht ins gesicht, ich kriege die peitsche nur, wenn es grad paßt - martin
mit dem zeyringer-zitat gegen mich, anscheinend wird also im hintergrund gegen mich
material gehortet?<<
Kein Kommentar.
>>noch niemals aber bin ich von irgend jemand, schon gar nicht von einem
"freund", so verletzt worden, habe mich so gedemütigt und ungerecht
beschuldigt, so beleidigt gefühlt. ich hab jetzt eine zeit gebraucht, um mich zu
fangen.<<
Kein Kommentar.
>>gegen das pauschalierende vorurteil (andrea w das politikerschwein, als
das wir sie eigentlich immer schon gesehen haben, sehen wollten, und als das sie sich
jetzt entlarvt), gegen das bin ich als person machtlos, da hilft mir halt nichts,
...<<
Nichts an derartiger "Schweinerei" wurde geäußert oder geschrieben.
Ich warte immer noch auf eine Antwort der
steirischen VP.
Empfehle mich!
Martin Krusche
P.S.:
Da solche Einstellungen nicht aus dem blauen Himmel fallen, lesen Sie zur Erhellung des
Hintergrundes solcher steirischer Kuriositäten Klaus Zeyringer "Kunst-Dünger auf
dem Provinz-Feld. (Produktion und Signal-Reflexion des Konzeptes "Kunst in Graz"
in den marginalien der manuskripte), im Web unter: www.kultur.at/dis/set01/dis012.htm
P.P.S:
Da einige Feedbacks besagen, ich solle mich doch freuen, daß eine Partei meine Arbeit so
schätze, denn in der Tat wird doch jemand nur beklaut, wenn man etwas von ihm haben will,
dieses kleine Gleichnis zum Mitdenken:
Dein Boß bezahlt Dir nicht nur Deine
Arbeitszeit, sondern gibt Dir auch 100 Schilling, damit Du Jause holst. Du läßt Dir also
die Erledigung des Arbeitsauftrages bezahlen, steckst das Jausengeld in die eigene Tasche,
bedienst Dich hinter meinem Rücken in meinem Kühlschrank und Dein Chef ist zufrieden,
daß Du Deinen Job tust. Was ist das?
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