2001-06-19 00:02:12 |
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| ÖVP: Unfrei sei das Wort | |
| Der Literat Martin Krusche fühlt sich von der ÖVP recht sonderbar vereinnahmt. Mit dem "freien Wort" nehme es die Partei nicht so genau. | |
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Dann multiplizierten sich befremdliche Vorgänge. Wolfmayr meldete, mit erheblichen verbalen Windungen, Einwände gegen allzu kritische Passagen an, Krusche teilte diese nicht und verlangte, seinen Beitrag zurückzuziehen. Für ihn sei die Sache damit eigentlich erledigt gewesen, erklärte Krusche gegenüber der Kleinen Zeitung. Umso größer war - verständlicherweise - sein Groll, als er, eher durch Zufall, wesentliche Passagen seiner schriftlichen Überlegungen wieder fand - im kulturpolitischen Arbeitsprogramm der steirischen Volkspartei, gekürzt und "völlig aus dem Zusammenhang gerissen" (Krusche). Der Autor als Programmatiker wider Willen, eine mehr als befremdliche Vorgangsweise. Krusche, der den für Wolfmayr blamablen Schriftverkehr unter "der.krusche@unplugged.at" ebenso penibel wie entlarvend dokumentiert hat, spricht von "bewusster Irreführung" und einer "klaren Verletzung der Urheberrechte". Es passt zum offenkundig momentan gestörten Verhältnis der ÖVP zu Dichtern und dem "freien Wort", dass seine Ende Mai an Landeshauptmann Klasnic gerichtete Bitte um alsbaldige Stellungnahme und Regelung der Affäre bis zum heutigen Tag unbeantwortet blieb. Wundersam bleibt auch Wolfmayrs Begründung für die Vereinnahmung des Autors und die getätigten Umformulierungen: "Der Text ist ein Arbeitstext und kein literarischer . . ." Nicht unpikant. Denn die Autorin Wolfmayr stand einstmals selbst im Mittelpunkt eines Urheberrechtsverfahrens. Als Betroffene. |
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